Bundesliga: Wer kann Bayerns historische Meisterserie beenden?

Vor dem Start der 55. Bundesligaspielzeit bestimmt der internationale Transferwahnsinn die Schlagzeilen. Doch auch auf nationaler Ebene kündigt sich Spannung an: Nie schien der FC Bayern so verwundbar, nie meldeten mehr Mannschaften Anspruch auf die oberen Tabellenplätze an.

Wenn der FC Bayern am Freitagabend zum mittlerweile fünften Mal in Serie als Titelverteidiger in die neue Bundesliga-Saison startet, verspricht das deutlich mehr Spannung, als man eigentlich annehmen könnte. Die Übermacht der Bayern aus den vergangenen Spielzeiten scheint allmählich zu verschwinden, der Titelkampf könnte so endlich wieder interessant werden. Auch die übrigen Plätze im oberen Tabellendrittel sind heiß begehrt. Nachdem sich in der vergangenen Spielzeit Underdogs wie Leipzig, Hoffenheim und Freiburg für die europäischen Wettbewerbe qualifizierten, pochen nun die üblichen Verdächtigen Schalke und Gladbach wieder auf ihre Stellung.

Bundesliga mischt im Transferwahnsinn mit

Dafür verstärkten sich etliche Vereine mit namhaften Neuzugängen. Denn im Schatten des Mega-Transfers von Neymar zu Paris Saint-Germain investierte auch die Bundesliga große Summen in neue Spieler. Der internationale Vergleich zeigt, dass die deutsche Liga das derzeit drittgrößte Transferdefizit von ca. 129 Millionen Euro aufweist. Daran kann sich bis zum Abschluss der Transferperiode zwar noch einiges ändern (der mögliche Dembélé-Transfer zum FC Barcelona könnte die Statistik fast im Alleingang auf Null setzen), doch es zeigt auch, dass sich die Bundesliga dem anhaltenden Transferwahnsinn nicht entziehen kann.

Wie schnell die Marktwerte und Ablösesummen für Spieler in den vergangenen explodiert sind, zeigt eine Hochrechnung von Interwetten: Das Portal hat die 15 teuersten Bundesliga-Einkäufe seit 2000 unter Miteinbezug der Inflationsrate sowie den jährlich durchschnittlichen Ablösesummen hochgerechnet. So erhält man den Wert, der im Jahr 2017 für die jeweiligen Spieler fällig wäre. Bayerns Rekordtransfer Javi Martínez aus dem Jahr 2012 hat sich demnach beinahe verdreifacht: statt 40 Millionen müssten die Münchener nun satte 106 Millionen Euro vom berühmten Festgeldkonto abheben, um den Spanier zu verpflichten.

Videobeweis, Anstoßzeiten und ein Jubiläum

Auch sonst treten in der höchsten deutschen Spielklasse einige Neuerungen ein. Nach langjährigen Diskussionen gibt es erstmals den sogenannten Videobeweis. Er erlaubt Schiedsrichtern, strittige Situationen während des Spiels von Assistenten überprüfen zu lassen. Beim Confed-Cup im Sommer sorgte die Technik teilweise noch für Verwirrung und Irritationen, man darf sich also auf eine gewisse Eingewöhnungsphase einstellen. Neu ist außerdem, dass mit Bibiana Steinhaus erstmals eine Frau ein Bundesliga-Spiel leiten wird.

Auch bei den Anstoßzeiten kam es zu Veränderungen, wenn auch nur geringfügig. Mit bis zu fünf Montagsspielen pro Saison reagiert die Liga auf die höheren Einnahmen aus den TV-Rechten. In den Stadien kann sich die Bundesliga zudem auf einen möglichen neuen Zuschauerrekord freuen: mit Stuttgart und Hannover sind zwei Metropolklubs mit großen Stadien aufgestiegen, die den Schnitt weiter in die Höhe treiben werden. Denn auch so führt die Bundesliga das Besucherranking in Europa souverän an. Weiterhin hält die 55. Spielzeit ein besonderes, persönliches Jubiläum bereit: es ist die mittlerweile zehnte (!) Spielzeit von Franck Ribéry.

Foto: Andor Kish / Flickr (CC BY-NC 2.0)

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